Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies gemäß unserer Datenschutzerklärungzu.
  • Nachrichten

Am Sonntag, dem 16. August 2026, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierten Archimandrit Ilias Papadopoulos, Erzpriester des Ökumenischen Thrones Ioannis Nikolitsis, Priestermönch Savvas Kucenko, der Archidiakon der Metropolis von Austria, Georgios Meleshko, sowie der Hierodiakon Radu Trandafir, der während der Göttlichen Liturgie zum Priester geweiht wurde.

In seiner Predigt ging Seine Eminenz auf die Evangelienlesung des Tages ein und betonte, dass sich auf besondere Weise das Evangelium des Tages mit dem Mysterium des Priestertums verbindet. Der Priester ist ein Mensch, der zutiefst weiß, dass ihm alles geschenkt wurde, und der mit dem Bewusstsein einer uneinlösbaren Schuld an den Altar tritt. Wie kann der begrenzte Mensch dem Unendlichen das Geschenk seiner Existenz vergelten? Welches menschliche Maß könnte das Leben, die Berufung, die Vergebung, die Gnade, den Leib und das Blut Christi bemessen? Der Mensch bleibt vor Gott immer ein Schuldner von zehntausend Talenten, denn seine gesamte Existenz entspringt einer ursprünglichen Gabe. Bei der Auslegung des Evangeliums verweilte Seine Eminenz bei dem Wort „von Mitleid bewegt“, das, wie er betonte, einen Bruch in der strengen Logik der Schuld eröffnet und uns in das Geheimnis Gottes hineinführt. Gott offenbart sich als unerschöpfliche Quelle des Erbarmens, als die Liebe, die sich zum Geschöpf herabneigt und sich selbst schenkt, als die Freiheit, die dort Leben schenkt, wo die Logik der Schuld nur eine Sackgasse sieht. Dies ist das Geheimnis der Gnade: Die göttliche Gabe geht jedem menschlichen Verdienst, jeder Leistung und jeder Möglichkeit einer Gegenleistung voraus. Die Gnade hebt die Logik des Tauschgeschäfts auf. In diesem Geheimnis findet auch das Priestertum seine tiefste Bedeutung. Die Priesterweihe ist eine Gabe innerhalb der Gabe, Gnade über Gnade. Die Kirche ruft den Heiligen Geist auf die menschliche Schwachheit herab, und die Schwachheit wird zum Ort der Offenbarung der göttlichen Kraft. Der Priester steht vor Gott für das Volk und zugleich mitten unter dem Volk als Bruder und Mitknecht. Seine Eminenz betonte, dass der Priester sich dieser Schuld gegenüber der Gnade Gottes bewusst sein und den Menschen Gnade und Barmherzigkeit schenken müsse. Er soll zu einem Gefäß werden, durch das die Gnade zu den Menschen weitergegeben wird. Er soll ein Mensch des Erbarmens in einer Welt des Richtens, ein Mensch der Vergebung in einer Welt der Verbitterung und ein Mensch der Gemeinschaft in einer Welt der Zersplitterung sein. Zum Abschluss rief Seine Eminenz den neugeweihten Priester dazu auf, ein Mensch zu sein, der gibt, vergibt und schenkt.

Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie wurde den Anwesenden eine Bewirtung angeboten. Dabei hatten die Gläubigen Gelegenheit, dem neugeweihten Priester zu gratulieren und an der Freude der Kirche über seine Priesterweihe teilzunehmen.