Sonntag des Gelähmten. Erzbischöfliche Göttliche Liturgie im Kloster des Heiligen Georgios Epanosifi auf Kreta
Am Sonntag des Gelähmten stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria, nach kanonischer Erlaubnis Seiner Eminenz des Erzbischofs von Kreta Eugenios, der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie im Kloster seiner monastischen Zugehörigkeit, dem Kloster des Heiligen Georgios von Epanosifi, vor. Mit ihm konzelebrierten der Abt des Klosters, Archimandrit Dionysios Kasimatis, der Archimandrit Bartholomaios Bogiatzoglou, Generalvikar der Erzdiözese von Kreta, Archimandrit Bartholomaios Ungureanu, der Erzdiakon des Erzbischofs von Kreta Porphyrios Zervakis sowie weitere Väter des Klosters. Auch eine Gruppe von Pilgern nahm an der Feier teil.
In seiner Predigt bezog sich Seine Eminenz auf das Evangelium des Tages und betonte, dass darin nicht lediglich ein Wunder der Heilung beschrieben wird, sondern das Drama der gefallenen menschlichen Natur sowie zugleich das Mysterium der Erneuerung des Menschen in Christus offenbar wird. Der Gelähmte, so führte er aus, ist ein Abbild Adams nach dem Sündenfall, des Menschen, der die Gemeinschaft mit Gott verloren hat und der Vergänglichkeit und dem Tod verfallen ist.
Er erklärte weiter, dass der Mensch ohne die göttliche Gnade unbeweglich gegenüber dem Guten bleibt: Er möchte den Tod überwinden, vermag es jedoch nicht; er sehnt sich nach Fülle, bleibt aber in seiner Existenz gequält. Dieses Drama kommt im Wort des Gelähmten „Ich habe keinen Menschen“ zum Ausdruck, das den Mangel an Hilfe und Gemeinschaft offenbart. Die Trennung von Gott führt unweigerlich auch zur Zerrüttung der Beziehungen unter den Menschen.
Seine Eminenz unterstrich, dass Christus den Gelähmten aufsucht, bevor dieser Ihn bittet, und damit zeigt, dass die göttliche Initiative stets der menschlichen Bewegung vorausgeht. Dies ist das Mysterium der göttlichen Heilsökonomie: Gott kommt dem Menschen zuerst entgegen.
Weiterhin betonte er, dass die Heilung des Gelähmten die umfassende Erneuerung der menschlichen Natur in der Person Christi vorwegnimmt und zugleich mit dem Mysterium der Taufe verbunden ist, als Vorausbild der Taufquelle der Kirche. Christus heilt nicht nur einen Gelähmten, sondern tritt vor jede Seele, die von der Vergänglichkeit ermüdet ist, und ruft sie auf, aufzustehen, im Licht zu leben und an der Vergöttlichung teilzuhaben.
Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie wurde im Archontariki des Klosters eine Bewirtung angeboten, und es folgte eine geistliche Ansprache Seiner Eminenz an die Pilger. Anschließend lud der Abt der heiligen Gemeinschaft, Archimandrit Dionysios, alle zu einem festlichen Mahl ein. An diesem nahm auch Seine Eminenz Erzbischof Eugenios von Kreta teil, der die Pilger begrüßte und ihnen seinen Segen erteilte.
