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Hirtenbrief von Patriarch Bartholomaios I. zum Tag der Bewahrung der Schöpfung
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Patriarch Bartholomaios ruft in seinem Hirtenbrief zum Tag der Bewahrung der Schöpfung (1. September) eindringlich zu Klima- und Umweltschutzmaßnahmen von der globalen bis zur individuellen Ebene auf. Die Menschheit stehe der größten Bedrohung in ihrer gesamten Geschichte gegenüber, warnt der Patriarch. Es brauche ein fundamentales Umdenken im Blick auf das eigene Menschenbild und das Verhältnis zur Natur, so Bartholomaios. Das unersättliche Bestreben, die Natur zu beherrschen, zu instrumentalisieren und auszubeuten, werde für das Leben auf der Erde tragisch enden. Der heutige "Mensch, der sich als Gott betrachtet" setze seinen Weg der Zerstörung der Erde fort. Im Namen geopolitischer Strategien, wirtschaftlicher Interessen, des Konsumismus und der Befriedigung letztlich unersättlicher Bedürfnisse missachte er jedes Maß und jede Grenze, so der Patriarch.

Patriarch Bartholomaios wörtlich: "Der Mensch muss endlich aufhören zu handeln, als wüsste er von nichts, und sich endgültig von der Illusion verabschieden, der Planet Erde könne die vom Menschen verursachten Belastungen und Zerstörungen unbegrenzt verkraften oder die Natur besitze die Kraft, sich aus sich selbst heraus stets zu erneuern."

Verantwortung für den Schutz der Umwelt müsse sich auf globaler, nationaler, lokaler und persönlicher Ebene verwirklichen. Der Patriarch nahm Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, ebenso aber auch alle Kirchen und Religionen in die Pflicht.

Der Patriarch plädiert für einen Kanon gemeinsamer Grundwerte, „der in einer Welt voller Konflikte und Polarisierungen als Kompass für den Weg in die Zukunft dienen kann". Den Mittelpunkt dieses Wertegefüges bildeten nach seiner Überzeugung das Prinzip der Solidarität als Ausdruck gemeinsamer Verantwortung, sowie das Prinzip des Dialogs und aufrichtiger Gegenseitigkeit – verbunden mit der kollektiven Verantwortung für den Schutz der natürlichen Umwelt. Sowohl die konkrete Achtung vor der Heiligkeit der menschlichen Person als auch die Sorge um die Unversehrtheit der Schöpfung seien aus christlicher Sicht wesentliche Ausdrucksformen der eucharistischen Verwirklichung der Kirche und der Berufung des Menschen, „Priester der Schöpfung" zu werden, schreibt der Patriarch. Er wünscht abschließend allen Gläubigen ein gesegnetes und an guten sowie gottgefälligen Werken reiches neues Kirchenjahr.

Wortlaut des Hirtenbriefs