Am 9. Sonntag nach Matthäus, dem 2. August 2026, stand Seine Eminenz, Metropolit Arsenios von Austria, der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Mit Seiner Eminenz zelebrierten der Erzpriester des Ökumenischen Thrones Ioannis Nikolitsis, sowie der Erzdiakon der Metropolis Georgios Meleshko. Zahlreiche Gläubige nahmen andächtig an der Göttlichen Liturgie teil.
In seiner Predigt sprach Seine Eminenz über die Evangelienlesung des Tages und über die Offenbarung Christi an seine Jünger auf dem See. Er betonte, dass sich in diesem Ereignis der Schöpfer inmitten seiner Schöpfung offenbare. Das Boot der Jünger sei ein Bild der Kirche, die ihren Weg durch die Geschichte gehe – auch unter den Gegenwinden von Häresien, Verfolgungen, menschlichen Schwächen und Leidenschaften. Trotz aller Stürme gehe die Kirche nicht unter, denn ihr Steuermann sei der Herr der Herrlichkeit. Der Metropolit hob hervor, dass die heutige Evangelienlesung lehre, wie der Mensch gerade durch Stürme und Prüfungen geheiligt werde. Christus sei nicht gekommen, um lediglich die äußeren Lebensumstände des Menschen zu verbessern, sondern um ihn ontologisch zu verwandeln und ihn der ungeschaffenen göttlichen Lebensfülle teilhaftig werden zu lassen. Das Gehen Christi auf dem Wasser sei zugleich ein Vorausbild der neuen Schöpfung, in der Vergänglichkeit, Tod und jede Not in der Herrlichkeit der Auferstehung überwunden sein werden. Mit Blick auf die Jünger, die beim Anblick des auf dem Wasser wandelnden Herrn von Furcht erfüllt wurden, zitierte Seine Eminenz: „Die Furcht bringt den Irrtum hervor, der Glaube aber die Gotteserkenntnis.“ Der Glaube hebe die Naturgesetze nicht auf, sondern führe den Menschen in das Wirken Gottes ein, das jede natürliche Notwendigkeit übersteigen könne. Am Beispiel des Apostels Petrus erläuterte der Metropolit, dass dieser angesichts des heftigen Windes den Mittelpunkt seiner Aufmerksamkeit und seiner Existenz verlagerte. Sobald der Blick sich von Gott abwende und sich am Problem festhalte, werde das Herz von der Furcht beherrscht, die eine Verneinung des Vertrauens auf Gott sei. Im Ruf des Apostels Petrus „Herr, rette mich!“ verdichte sich die ganze asketische Tradition der Kirche, denn dort, wo die menschliche Selbstgenügsamkeit ende, beginne das Heil. Zum Abschluss seiner Predigt ermutigte Seine Eminenz die Gläubigen, den Blick unverwandt auf Christus gerichtet zu halten, das ausgestreckte rettende Handeln des Herrn zu erkennen und aus seinem Wort, das zur Furchtlosigkeit aufruft, neuen Mut zu schöpfen.
Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie wurde das Programm der Gottesdienste für die Fastenzeit vor dem Fest der Entschlafung der Gottesgebärerin bekanntgegeben, das die tägliche Feier der Göttlichen Liturgie sowie die täglichen Paraklesis-Gottesdienste zur Allheiligen Gottesgebärerin umfasst.