Erzbischöfliche Göttliche Liturgie und Vesper der Kniebeugungsgebete zum Fest der Pfingsten in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien
Am Sonntag, dem 31. Mai 2026, dem großen Herrenfest der Pfingsten, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria und Exarch von Ungarn der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der Kathedrale zur Heiligen Dreifaltigkeit in Wien vor. Im Anschluss an die Göttliche Liturgie zelebrierte er die Vesper des Heiligen Geistes sowie die traditionelle Feier der Kniebeugungsgebete. Seine Eminenz wurde liturgisch begleitet vom Generalvikar der Heiligen Metropolis von Austria, Erzpriester des Ökumenischen Thrones Johannes Nikolitsis, vom Priester-Ökonom Aristidis Ganosis sowie vom Erzdiakon der Heiligen Metropolis von Austria Georgios Meleshko.
In seiner Predigt sprach Seine Eminenz über die tiefere theologische Bedeutung des Pfingstfestes und betonte, dass Pfingsten die fortwährende Offenbarung Gottes in der Geschichte sowie den Beginn der neuen Schöpfung darstellt. Es ist die Offenbarung des Dreieinigen Gottes und zugleich der Geburtstag der Kirche, die als Gemeinschaft von Personen verstanden wird, die in der Liebe Gottes vereint sind und das Mysterium der Einheit leben. Weiter führte Seine Eminenz aus, dass Pfingsten ein zutiefst anthropologisches Ereignis sei, da der Geist Gottes nicht mehr in von Menschenhand errichteten Tempeln wohne, sondern im Herzen des Menschen. Die Seele, die den Heiligen Geist empfängt, werde zum Thron Gottes, und der Mensch selbst verwandle sich in einen Tempel des Heiligen Geistes. Pfingsten offenbare, dass die wahre Erneuerung der Welt mit der Verwandlung des menschlichen Herzens beginne. Der Heilige Geist verwandle Wissen in Weisheit, Macht in Dienst und Freiheit in Liebe. Er zwinge den Menschen nicht und verletze seine Freiheit nicht, sondern wirke geheimnisvoll und still wie der Wind, der zwar unsichtbar ist, dessen Wirkung jedoch wahrgenommen werden kann. Er reinigt den Verstand, erleuchtet das Gewissen, heilt das Herz und führt den Menschen zur Vergöttlichung.
Mit Blick auf die Herabkunft des Heiligen Geistes hob Seine Eminenz hervor, dass die Apostel zu Zeugen der Wahrheit und Verkündern des Reiches Gottes geworden seien. Derselbe Heilige Geist wirke auch heute in der Kirche und vollbringe fortwährend das Wunder der Erlösung des Menschen und der Erneuerung der Welt. Er verwandelt Kälte in Liebe, Angst in Glauben, Spaltung in Gemeinschaft und Vergänglichkeit in Leben.
Abschließend rief Seine Eminenz die Gläubigen dazu auf, selbst Zeugen des Wunders von Pfingsten zu werden, für den Mitmenschen zu leben und die Welt in einen Vorgeschmack des Reiches Gottes zu verwandeln. Nach der Göttlichen Liturgie wurden die Vesper des Heiligen Geistes sowie die Kniebeugungsgebete gefeiert. Anschließend fand anlässlich des Patronatsfestes der Gemeinde eine kleine festliche Zusammenkunft statt.
