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Einweihung des Katholikons des Orthodoxen Klosters in Sankt Andrä am Zicksee
Am Samstag, dem 26. September 2026, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria und Exarch von Ungarn der Feierlichen Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie im Kloster Schutz der Allerheiligsten Gottesgebärerin und des heiligen Paisios vom Berg Athos in Sankt Andrä am Zicksee vor. Im Rahmen der Liturgie wurde das Katholikon des Klosters, die Kirche des heiligen Apostels Bartholomäus, eingeweiht und der neue Altar geweiht, der künftig den liturgischen Bedürfnissen des Klosters dienen wird. Mit Seiner Eminenz zelebrierten Seine Exzellenz Bischof Porphyrios von Neapolis von der Kirche von Zypern, Seine Exzellenz Bischof Paisios von Apameia und Seine Exzellenz Bischof Maximos von Aristi. Liturgisch begleitet wurden die Bischöfe vom Abt des Klosters der Verklärung des Erlösers Großes Meteoron, Archimandrit Niphon Kapsalis, von Vätern seines Klosters sowie von Klerikern der Metropolis von Austria, des Exarchates Ungarn und weiterer orthodoxer Jurisdiktionen in Österreich.
Am Vorabend stand Seine Exzellenz Bischof Porphyrios von Neapolis der Vesper der Einweihung vor, die von Abt Archimandrit Niphon und den Vätern des Klosters Großes Meteoron sowie von den Vätern des Klosters Schutz der Allerheiligsten Gottesgebärerin und des heiligen Paisios gefeiert wurde. Am folgenden Tag wurde der Orthros gefeiert, dem Seine Exzellenz Bischof Maximos von Aristi vorstand; es folgten der Ritus der Einweihung und die Göttliche Liturgie, der Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria vorstand.
In seiner Predigt sprach Seine Eminenz, ausgehend vom Wort der Offenbarung „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen“, über das Wunder der göttlichen Herablassung: „Der Raum wird dem Unfassbaren dargebracht, das materielle Bauwerk wird der göttlichen Gnade übergeben, das Werk menschlicher Hände wird zum Gefäß göttlicher Gegenwart.“ Mit Verweis auf die Frage Salomos bei der Einweihung des Tempels von Jerusalem, „Sollte Gott wirklich bei den Menschen auf der Erde wohnen?“, hielt er fest, dass dieses Paradox im unbefleckten Schoß der Gottesgebärerin seinen Anfang nimmt und sich auf sakramentale Weise in der Kirche fortsetzt, denn „jede Kirche wird zu einem kleinen Himmel auf Erden, zu einem Ort, an dem Gott seinem Geschöpf begegnet und das Geschöpf seinen Schöpfer neu erkennt“.
Seine Eminenz verwies auf den Schutz der allheiligen Gottesgebärerin, unter dem „der Schmerz des Menschen Platz findet, seine Angst, seine Umkehr und seine Hoffnung“, sowie auf die Gestalt des heiligen Paisios, der „mit seinem ganzen Dasein gezeigt hat, was aus dem Menschen werden kann, wenn er Gott die Mitte seines Herzens überlässt“. Sodann sprach er über die Bedeutung des Wortes „Einweihung“, das das Neue ankündigt, und betonte, dass mit der Erneuerung des Raumes auch die Gläubigen zur inneren Erneuerung gerufen sind: „Der Weihe der Steine entspricht die Heiligung der Gedanken.“ Mit Blick auf den Heiligen Altar als das Herz der Kirche und auf die Beisetzung von Reliquien heiliger Märtyrer in ihm hielt er fest: „In der Feier des heiligen Mysteriums begegnet das Blut des Märtyrers dem Blut Christi, und die Geschichte verwandelt sich in Eucharistie.“
Eigens verwies er auf den Schutzpatron des neuen Katholikons, den heiligen Apostel Bartholomäus, und auf die Verbindung der Kirche mit der ehrwürdigen Person Seiner Allheiligkeit des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios, des Stifters dieses Katholikons: „Seine Stiftung wird zum Akt väterlicher Fürsorge und zu einem geistlichen Vermächtnis, denn Generationen von Menschen werden hier das Mönchsleben führen, hier niederknien und ihr eigenes ‚Herr, erbarme dich‘ flüstern.“ Er dankte Seiner Allheiligkeit für die Stiftung, den väterlichen Segen und die geistliche Fürsorge und wünschte ihm „viele, gesunde, friedvolle und von Gott behütete Jahre“.
Mit Blick auf die Bruderschaft bemerkte Seine Eminenz: „Heute wird die Kirche geweiht; ab morgen beginnt der stille Alltag des Dienstes der Mönche dieses Klosters.“ Ihre Sendung sei es, „die Lampe des Gebetes unauslöschlich zu bewahren und auch für jene zu beten, die nicht mehr wissen, wie man betet“. In einer Zeit der Schnelligkeit und des Lärms, so sagte er, sei das Kloster gerufen, „die Ruhe der Stille zu schenken, inmitten der Zerstreuung die Einheit des Gebetes“ – einem Menschen, der „von Informationen umgeben ist und doch nach Sinn sucht, und der über unzählige Wege der Kommunikation verfügt und doch nach wirklicher Beziehung dürstet“.
Seine Eminenz dankte den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Ortsgemeinschaft von Sankt Andrä am Zicksee, die das Kloster aufgenommen und unterstützt haben, und gedachte voll Dankbarkeit der Zuwendung der Römisch-katholischen Kirche und der Diözese Eisenstadt: Die Überlassung von Grund für die Errichtung des ersten orthodoxen Klosters in Österreich sei „ein Akt, der nunmehr seinen Platz in der Geschichte dieses Ortes hat“. Besonders dankte er Bischof Ägidius Zsifkovics von Eisenstadt, dessen Beitrag entscheidend gewesen sei. Er verwies auch auf die Sinnfälligkeit des Ortes, der den Namen des Apostels Andreas, des Erstberufenen, trägt, der nach der Überlieferung mit der Kirche von Konstantinopel verbunden ist. Abschließend wünschte er, diese Kirche möge „ein Leuchtturm des orthodoxen Glaubens werden, ein geistlicher Hafen, eine Werkstatt der Heiligkeit, eine Schule des Gebetes und ein Ort der Begegnung des Menschen mit dem lebendigen Christus“, und jeder Mensch, der ihre Schwelle überschreite, möge „spüren, dass hier eine Tür zum Himmel offen steht“.
Das Kloster Schutz der Allerheiligsten Gottesgebärerin und des heiligen Paisios vom Berg Athos wurde 2014 von Seiner Eminenz gegründet und nahm Mönche auf, die mit ihrer Gegenwart das Vorhaben unterstützten, eine geistliche Lunge für die Orthodoxe Kirche in Österreich zu schaffen. Der monastischen Tradition der Orthodoxen Kirche folgend, halten die Mönche und Novizen, die im Laufe der Zeit im Kloster gelebt haben, unter der Sorge Seiner Eminenz die Gottesdienstordnung des gesamten Tages- und Nachtzyklus ein, streben nach der mönchischen Askese und geben jedem Menschen guten Willens Zeugnis von der Kirche. Mit der Weihe des vollständig ausgestatteten und ausgemalten Katholikons sind sein Betrieb und der Dienst an den Gläubigen nunmehr für die kommenden Generationen gesichert.
Nach dem Ende der Göttlichen Liturgie folgte ein festliches Mahl für alle Anwesenden.
Lesen Sie die Homilie Seiner Eminenz
Fotos: Ing. Simos Batzakis