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Erzbischöfliche Göttliche Liturgie am Sonntag vor der Theophanie in der Kirche zum Heiligen Georg in Wien
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Am Sonntag vor der Theophanie, dem 4. Januar 2026, stand Seine Eminenz Metropolit Arsenios von Austria der Erzbischöflichen Göttlichen Liturgie in der historischen Kirche zum Heiligen Georg in Wien vor. Mit Seiner Eminenz konzelebrierten der Erzpriester des Ökumenischen Throns Ioannis Nikolitsis, der Presbyter Oikonomos Aristeidis Ganosis und der Diakon Georgios Meleshko.

In seiner Predigt analysierte Seine Eminenz die evangelische Perikope und konzentrierte sich dabei auf die Aufforderung des Ehrwürdigen Vorläufers: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht eben seine Pfade!“ Er betonte, dass dieser Ruf nicht bloß eine moralische Losung oder eine religiöse Ermahnung darstellt, sondern eine ontologische Einladung ist. Der Mensch ist dazu berufen, ein Ort der Offenbarung Gottes zu werden. Johannes der Vorläufer verkündet keinen fernen Gott, sondern einen kommenden Gott. Die Ankunft Christi ist kein einfaches historisches Ereignis, sondern ein Mysterium, das Raum sucht, und dieser Raum ist das menschliche Herz. Seine Eminenz unterstrich, dass die Vorbereitung nicht das Äußere betrifft, sondern das Innere: die „Unebenheiten“ des Herzens, das Raue des Gewissens und die Verzerrungen des Daseins. Der heutige Sonntag erinnert uns daran, dass die Theophanie nicht das Fest des natürlichen Lichts ist, sondern die Erscheinung und Offenbarung der Heiligen Dreifaltigkeit. Im Jordan werden nicht nur die Gewässer erleuchtet, sondern die gesamte Schöpfung. Die Schöpfung wird jedoch in dem Maße erleuchtet, wie der Mensch sich als ihr Liturge darbringt. Abschließend wies er darauf hin, dass das Licht ohne Umkehr nicht zur Freude, sondern zum Gericht wird. Die Kirche ruft uns nicht einfach dazu auf, einem Gottesdienst beizuwohnen, sondern uns vorzubereiten, das Licht zu empfangen – ein Licht, das nicht leuchtet, um den Menschen zu bestätigen, sondern um ihn zu verwandeln.

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